Beratungsstelle
für Stadt und Landkreis Konstanz

Interaktive Ausstellung »Rosenstraße 76«

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter und ist für viele Frauen und deren Kinder der grausame Alltag in den eigenen vier Wänden.

Laut einer aktuellen Studie der Bundesregierung erleben 40% aller Frauen körperliche und sexuelle Gewalt. Das höchste Gewaltrisiko sind Männer im Lebensumfeld von Partnerschaft und Familie. In ca. 70% der Fälle ist die eigene Wohnung – die eigentlich ein sicherer Rückzugsort sein soll – der Tatort gewalttätiger Handlungen.

Gewalt in der Familie hat schlimme Auswirkungen auf die unmittelbar Betroffenen, ist aber auch verbunden mit immensen Folgekosten für die Gesellschaft.

Interview mit einer Mitarbeiterin von Frauen helfen Frauen in Not e.V.


Ausstellung in der Sparkasse Bodensee

In den letzten Jahren hat sich im öffentlichen Bewusstsein ein Perspektivenwechsel vollzogen: Gewalt gegen Frauen wird nicht mehr als Privatsache betrachtet. Ebenso durchgesetzt hat sich vielerorts ein vernetztes Vorgehen aller beteiligten Institutionen, um von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern möglichst effektiv und umfassend zu helfen. Auch in Konstanz gibt es einen Runden Tisch zum Problem der Häuslichen Gewalt.

Die interaktive Ausstellung »Rosenstraße 76« sollte der Öffentlichkeit dieses brisante Thema zugänglich machen. Sie war vom 13.10.08 bis 25.10.08 in der Kundenhalle der Sparkasse Bodensee an der Marktstätte, Konstanz, zu sehen.

Die Ausstellung zeigt eine Wohnung, die nach außen hin völlig normal erscheint. Vor den Fenstern Blumen, im Eingangsbereich ein Willkommensgruß. Und doch steht diese Wohnung exemplarisch für Wohnräume, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist, in denen Menschen psychisch und sexuell erniedrigt, geschlagen, manchmal sogar getötet werden.

Die Beratungsstelle Frauen helfen Frauen in Not e.V. veranstaltete gemeinsam mit den Frauenhäusern der Städte Konstanz und Singen, der Frauenbeauftragten der Stadt Konstanz, Frau Christa Albrecht und mit der Polizeidirektion Konstanz diese Ausstellung.

Ausstellung »Rosenstraße 76« 1
Ausstellung »Rosenstraße 76« 2
Ausstellung »Rosenstraße 76« 3
Ausstellung »Rosenstraße 76« 4
Ausstellung »Rosenstraße 76« 5
Ausstellung »Rosenstraße 76« 6
Ausstellung »Rosenstraße 76« 7
Ausstellung »Rosenstraße 76« 8
Ausstellung »Rosenstraße 76« 9
Ausstellung »Rosenstraße 76« 10
Ausstellung »Rosenstraße 76« 11


Eröffnung in der Sparkasse Bodensee

Eröffnung »Rosenstraße 76« 1
Eröffnung »Rosenstraße 76« 2
Eröffnung »Rosenstraße 76« 3
Eröffnung »Rosenstraße 76« 4
Eröffnung »Rosenstraße 76« 5
Eröffnung »Rosenstraße 76« 6
Eröffnung »Rosenstraße 76« 7
Eröffnung »Rosenstraße 76« 8

Am 13.10.08 um 11.00 Uhr wurde die Ausstellung »Rosenstrasse 76 – Häusliche Gewalt überwinden« in den Räumen der Sparkasse Bodensee eröffnet. Schirmherrin war die Schauspielerin Ursula Cantieni. Die Begrüßung fand durch Rudolf Helber, Bereichsleiter Firmenkundenberatung der Sparkasse Bodensee statt. Nach dem Grußwort von Schirmherrin Ursula Cantieni sprachen unter anderem die Frauenbeauftragte der Stadt Konstanz Christa Albrecht und der Opferschutzbeauftragte der Polizeidirektion Konstanz Günther Hagen. Kristin Muthwill vom Stadttheater Konstanz las Szenen aus dem Jugendstück »Nachtblind« und Caroline Chevat und Veronika Rusch vom Tanzraum Kreuzlingen spielten auf ägyptischen Trommeln. Das Programm moderierte Rosemarie Frei von Frauen helfen Frauen in Not e.V.

Quelle: Regio TV-Euro 3

Sonderveranstaltung »Tatort Rosenstraße 76«

Tatort »Rosenstraße 76« 1
Tatort »Rosenstraße 76« 2
Tatort »Rosenstraße 76« 3
Tatort »Rosenstraße 76« 4
Tatort »Rosenstraße 76« 5

Die Kriminalpolizei verwandelte am letzten Tag der Ausstellung die Rosenstraße 76 in einen Tatort, an dem dargestellt wurde, wenn Häusliche Gewalt bis zum Schlimmsten eskalierte: der Ermordung der Frau. Der Film zeigt, was die Kriminaltechnik vor Ort antrifft und wie sie vorgeht.

Quelle: Regio TV-Euro 3

Resumee

Ungefähr 700 BesucherInnen haben die Ausstellung »Rosenstraße 76 – Häusliche Gewalt überwinden« im Foyer der Sparkasse Bodensee in Konstanz gesehen. Die löste großes Interesse und teilweise auch tiefe Betroffenheit, Trauer und Entsetzen aus.

Die Ausstellung war immer mit mindestens zwei Personen betreut, um Fragen beantworten und Informationen weitergeben zu können. In diesem Zusammenhang fanden zahlreiche interessante Gespräche und Begegnungen statt.

Viele BesucherInnen nahmen sich Zeit, die Räume auf sich wirken zu lassen, die sich bei näherem Hinsehen als Tatort entpuppten. Sie setzten sich auch ausführlich mit den verschiedenen Medien in der Wohnung auseinander wie z.B. den Informationstafeln zu den vielfältigen Aspekten Häuslicher Gewalt, dem Anrufbeantworter mit Anrufen der empörten Nachbarin, besorgten Freundin, des zerknirschten Gatten, oder der CD, auf der eine betroffene Frau und ihr Gewalt ausübender Mann abwechseln zu hören waren.

Ein wichtiges Anliegen der Veranstalterinnen war es auch, die Schulen im Landkreis anzusprechen und ihnen nach Voranmeldung die Möglichkeit eines Besuches anzubieten. Aus räumlichen Gründen war dies vor allem in der zweiten Woche der Ausstellung möglich. Insgesamt 15 Schulklassen aus verschiedensten Schulen des Kreises Konstanz nahmen das Angebot wahr. Nach einem ausführlichen Gang durch die Ausstellung bot sich in gesonderten Räumen die Möglichkeit, mit den SchülerInnen über die gewonnenen Eindrücke zu sprechen und sie über Hilfsmöglichkeiten zu informieren.

Resumee

Viele SchülerInnen hinterließen auch schriftlich ihre Eindrücke zur Ausstellung, hier einige Beispiele:

»Ich fand die Ausstellung gut, aber es war eine schreckliche Erfahrung.«

»Sehr gut gemacht, bringt zum Nachdenken.«

»Wir finden, es geht einem sehr nahe; es ist schlimm, dass so etwas passieren muss!«

»Ich finde es schön, dass jedem durch dieses Projekt die Augen geöffnet werden. Gewalt ist keine Lösung für alles. Den Männer, die so etwas machen, soll klar werden, das sie sich helfen lassen MÜSSEN!«

Pressestimmen

Pressestimmen

Download Artikel im Qlt #742 (.pdf)